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Wenn der Darm das Leben bestimmt…

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“In einer unbekannten Umgebung halte ich für den Bedarfsfall immer Ausschau nach dem nächsten WC.”

“Außer Haus gehe ich sehr selten, da ich nicht einschätzen kann wann die Bauchkrämpfe und der Durchfall wieder kommen.”

“Ich werde oft schief angeschaut, weil ich bei einer Einladung Essen ablehne, das ich nicht vertrage.”

“Aus Angst vor Beschwerden esse ich unterwegs so gut wie gar nichts.”

Vermutlich jeder litt in seinem Leben schon einmal unter Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Wir kennen es von Magen-Darm-Infektionen oder wenn wir bei einer Feier über die Stränge geschlagen haben. In beiden Fällen geht es uns innerhalb kurzer Zeit wieder gut. Es gibt aber auch Menschen die leiden chronisch unter diesen Beschwerden. Dies führt zu einem großen Leidensdruck und einer massiven Einschränkung des täglichen Lebens. Ist keine Ursache für diese Symptome eruierbar, erhalten die Betroffenen häufig die Diagnose “Reizdarmsyndrom” (RDS).

Das Reizdarmsyndrom

Bei diesem Krankheitsbild liegen keine organischen Ursachen vor – vielmehr spricht man von einer funktionellen Störung des Verdauungstraktes. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Typen des Reizdarmsyndroms. Bei manchen steht der Durchfall im Vordergrund, bei einem anderen Teil eher die Verstopfung und beim dritten Teil wechseln sich diese zwei Symptome ab. Die Häufigkeit des Reizdarmsyndroms liegt bei etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.

Die Leitlinie Reizdarmsyndrom aus 2011 definiert das RDS durch folgende 3 Punkte:

  • Es bestehen chronische Beschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Blähungen) seit mehr als 3 Monaten, die in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen.
  • Die Betroffene / der Betroffene sucht aufgrund des Ausmaßes der Beschwerden Hilfe auf, sorgt sich und die Lebensqualität wird dadurch relevant beeinträchtigt.
  • Es liegen keine anderen Krankheitsbilder, die ebenfalls solche Symptome auslösen können, vor.

Der letzte Punkt zeigt die Notwendigkeit andere Erkrankungen abzuklären und auszuschließen. Beschwerden des Verdauungstraktes sind sehr unspezifisch und können durch viele andere Erkrankungen ausgelöst werden. Dies betrifft z. B. Lebensmittelunver-
träglichkeiten, wie eine Milchzucker- oder Fruchtzuckerunverträglichkeit, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, eine Zöliakie oder auch Leber- und Gallenwegs-
erkrankungen. Erst wenn hier keine Antwort auf die Ursache der Beschwerden gefunden wird, kann ein Reizdarmsyndrom in Erwägung gezogen werden.

Für die Ursache eines Reizdarmsyndroms gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Als Faktoren für die Entstehung eines RDS gelten unter anderem eine genetische Veranlagung, Infektionen im Verdauungstrakt, eine erhöhte Nervendichte im Darm und akuter oder chronischer Stress. Studien zeigen, dass sich bei RDS-PatientInnen die Darmmotilität (Darmbewegung), die Darmbarriere, die Sensibilität des Darms und die Bakterienflora des Darms von gesunden Personen unterscheidet.

Ernährung als Therapieoption

Es gibt keine einheitlichen Ernährungsempfehlungen für ReizdarmpatientInnen, was die Betroffenen häufig zusätzlich frustriert. Dennoch gibt es zahlreiche individuelle Empfehlungen, die sich an den Symptomen orientieren. Als Grundlage für eine ernährungstherapeutische Intervention empfiehlt es sich ein Ernährungs- und Beschwerdeprotokoll zu führen, um herauszufinden, welche Speisen bzw. Lebensmittel Probleme verursachen. In vielen Fällen können die Betroffenen nach einiger Zeit sehr gut abschätzen was ihrem Darm gut tut. Zusätzlich kann eine allgemein leicht verdauliche Kost und das Vermeiden von Trigger-Faktoren – wie sehr fette Speisen, Alkohol, scharfe Speisen oder Koffein – helfen, die Symptome zu reduzieren. Liegen zusätzlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor, müssen diese natürlich ebenso mitberücksichtigt werden. Eine Diätologin / ein Diätologe unterstützt in diesem Fall bei der Auswahl der geeigneten Lebensmittel und der Zusammenstellung eines ausgewogenen Speiseplanes.

Als weitere ernährungstherapeutische Option ist seit einigen Jahren das Konzept der FODMAP-armen Diät in Europa und mittlerweile auch in Österreich angekommen. Bereits 1999 wurde diese von Dr. Sue Sheperd in Australien entwickelt.

Die FODMAP-arme Diät

Dieses Konzept basiert darauf ein Hauptaugenmerk auf schwer verdauliche Kohlenhydrate zu legen, die die Bauchbeschwerden verstärken können. Diese Inhaltsstoffe können entweder zu Durchfall führen oder sie werden im Darm von Bakterien abgebaut, wodurch Gase entstehen, die wiederum für Blähungen und Bauchschmerzen verantwortlich sein können. Die Abkürzung FODMAP steht für folgende Lebensmittelinhaltsstoffe:

 

Fermentierbare
OligosaccharideFruktane
Galaktane
z. B. in Zwiebel, Weizen, Roggen
z. B. in Hülsenfrüchten, Gerste
DisaccharideLaktosez. B. in Milch und Milchprodukten
MonosaccharideFruktosez. B. in Mango, Honig
And
Polyolez. B. Sorbitz. B. in Marille, Apfel

Bei ReizdarmpatientInnen liegt die Erfolgsquote einer FODMAP-armen Diät bei immerhin
75 %. Das bedeutet, dass drei von vier PatientInnen durch diese Ernährungsumstellung ihre Beschwerden deutlich reduzieren können. Bei den anderen 25 % kommt es zu keiner Verbesserung der Symptomatik durch die Durchführung dieser Diät.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann aufgrund der Studienlage eine FODMAP-arme Diät nur für PatientInnen mit einem Reizdarmsyndrom empfohlen werden. Für PatientInnen mit anderen gastrointestinalen Erkrankungen, wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bakterielle Dünndarmfehlbesiedelung, etc., existiert derzeit keine Empfehlung für eine FODMAP-arme Diät.

Wie läuft eine FODMAP-arme Diät ab?

Vor Beginn einer FODMAP-armen Diät ist eine umfassende Erhebung der ärztlichen Diagnosen, der individuellen Beschwerden und eine Erfassung der momentanen Ist-Situation notwendig. Sind eventuelle andere Grunderkrankungen nicht ausreichend abgeklärt, ist eine Durchführung einer FODMAP-armen Ernährung nicht empfehlenswert. Entscheidet man sich für eine FODMAP-arme Ernährung ist aufgrund der Komplexität der Lebensmittelauswahl eine kontinuierliche Betreuung und Begleitung durch eine geschulte Diätologin / einen geschulten Diätologen unumgänglich.

Eine FODMAP-arme Diät besteht aus 3 Phasen:

  • In der ersten Phase verzichtet die / der Betroffene auf sämtliche FODMAP-haltige Lebensmittel. Dadurch kommt es  im Optimalfall zu einer signifikanten Reduktion der Symptome. Diese Phase mit einer sehr eingeschränkten Lebensmittelauswahl dauert in der Regel etwa 3 bis 4 Wochen.
  • Darauf aufbauend kann in der zweiten Phase die Verträglichkeit einzelner FODMAP-reichen Lebensmittel ausgetestet werden. Die Diätologin / der Diätologe erstellt Ihnen dafür Ihren individuellen Austestungsplan.
  • Die dritte Phase beschreibt die Langzeiternährung – sprich die individuell ausgetestete Nahrungszusammenstellung mit der die / der Betroffene beschwerdefrei leben kann.

 

Wurde bei Ihnen ein Reizdarmsyndrom diagnostiziert?
Leiden Sie unter einer massiven Einschränkung der Lebensqualität?
Sind sie verzweifelt und ratlos was das Essen anbelangt, weil Sie bisher keinen Nutzen aus einer Ernährungsumstellung ziehen konnten?
Möchten Sie wissen, ob eine FODMAP-arme Diät auch für Sie in Frage käme?
Kontaktieren Sie mich!
Ich freue mich, Sie auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden und mehr Lebensqualität zu begleiten.

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