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Und plötzlich ist man zu dünn…

Es gibt sie oft: Menschen, die ein Leben lang damit kämpfen ihr Gewicht zu reduzieren bzw. es stabil zu halten und plötzlich geht alles wie von selbst. Die Kilos purzeln und keiner weiß so recht warum eigentlich. Anfangs freut man sich vielleicht noch, eine Weile später wundert man sich dann doch und macht sich Sorgen, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Stichwort: Mangelernährung

“Ungewollter Gewichtsverlust” – so nennt sich dieses Phänomen. Häufig ist es das erste für die Person selbst spürbare Anzeichen dafür, dass der Körper erkrankt ist. Im Falle einer Krebserkrankung nimmt die Mangelernährung auch nach der Diagnosestellung oft noch weiter seinen Lauf. Als Konsequenz geht man in der Literatur momentan davon aus, dass in etwa einem Viertel der Krebsfälle Mangelernährung mit all seinen Folgeerscheinungen die eigentliche Todesursache ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) definiert eine krankheitsspezifische Mangelernährung durch einen der folgenden Punkte:

  • Body Mass Index (BMI) < 18,5 kg/m²
    ODER
  • unbeabsichtiger Gewichtsverlust von > 10% in den letzten 3 – 6 Monaten
    ODER
  • Body Mass Index < 20 kg/m² und ein unbeabsichtiger Gewichtsverlust von > 5 % in den letzten 3-6 Monaten

Daran lässt sich erkennen, dass der BMI alleine – der aus praktischen Gründen meist zur Beurteilung des Ernährungszustandes herangezogen wird – nicht immer entscheidend ist. Denn selbst ein Mann, der bei einer Größe von 1,80 m vorher 90 kg gewogen hat und in den letzten 6 Monaten 10 kg ungewollt (!) verloren hat, weist einen BMI im Normalbereich auf, ist aber laut Punkt zwei dieser Definition mangelernährt.


Wussten Sie schon…

Unter Kachexie versteht man eine Mangelernährung, die mit einem Entzündungsprozess (ausgelöst durch verschiedene Erkrankungen) im Körper einhergeht. Gekennzeichnet ist eine Kachexie durch eine massive Appetitlosigkeit, Erschöpfung und einen ausgeprägten Verlust an Fett- und Muskelmasse.

Sarkopenie ist ein altersbedingter bzw. durch Bewegungsmangel (z. B. durch Bettlägrigkeit) oder Eiweißmangel hervorgerufener Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft. Eine Sarkopenie alleine muss nicht mit einem gleichzeitigen Gewichtsverlust einhergehen und kann dadurch von Übergewicht oder Adipositas verschleiert werden.


Wenn Essen zur Qual wird…

Die Gründe für eine Mangelernährung sind sehr vielschichtig. Die Erkrankung selbst, die notwendigen Therapien und die psychische Belastung können die Ernährung der Betroffenen massiv verändern. Die Nahrungsaufnahme kann durch Beschwerden, wie z. B. Schluck- bzw. Kaustörungen, Geruchs- und Geschmacksveränderungen, Übelkeit und Völlegefühl, stark vermindert sein.
“Am liebsten wäre mir ich müsste gar nichts essen” – dies ist häufig von PatientInnen zu hören, die unter Appetitlosigkeit leiden. Schon allein der Gedanke an Essen, geschweige denn der Anblick von Essen ist für die Betroffenen eine Qual. Appetitlosigkeit ist bedingt durch die psychische Situation, die krankheitsbedingte chronische Entzündungsreaktion im Körper oder auch chronische Schmerzen.
Hinzu kommt, dass die Tumorerkrankung selbst den individuellen Nährstoffbedarf erhöht, wodurch die notwendige Nährstoffzufuhr noch schwerer zu erreichen ist.

Aktiv und frühzeitig behandeln!

Mangelernährung hat vielerlei Auswirkungen. Sie führt dazu, dass die Betroffenen häufiger Infektionen haben, dass die Tumortherapie schlechter vertragen wird und in der Folge die Prognose der Erkrankung negativ beeinflusst wird. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität der PatientInnen, führt zu mehr Krankenhausaufenthalten und erhöht somit die Pflege- bzw. Gesundheitskosten.
Es gibt also viele Gründe warum es lohnenswert ist eine Mangelernährung zu behandeln!
Das entscheidende daran ist, dass die Intervention frühzeitig erfolgt – denn nur dann kann die Ernährungstherapie ihre größte Wirkung zeigen.

Haben Sie unbeabsichtigt Gewicht verloren und machen sich mittlerweile Sorgen deswegen? Sind sie erkrankt und haben Probleme mit dem Essen und zweifeln daran ausreichend Nährstoffe zu sich zu nehmen? Sprechen Sie dies bei Ihrem nächsten Arztbesuch an und nehmen Sie bei Bedarf Kontakt mit einer Diätologin auf!

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