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Was Ernährung mit Darmkrebs zu tun hat…

Studien zufolge sind etwa ein Drittel aller Krebstoten auf Ernährungsfaktoren zurückzuführen. Umso wichtiger ist der Blick auf die Frage wie ich mit meiner Ernährung mein Risiko an Krebs – unter anderem auch Darmkrebs – zu erkranken, reduzieren kann. 

Darmkrebs ist sowohl bei Frauen als auch Männern die dritthäufigste Tumorerkrankung in Österreich. Im Jahr 2018 erkranken 4563 Personen in Österreich an Darmkrebs. Erfreulicherweise sank sowohl die Erkrankungsrate als auch die Sterblichkeitsrate in den letzten Jahren deutlich ab.

Wofür brauche ich meinen Dickdarm?

Der Dickdarm (Colon) befindet sich am Ende unseres Verdauungstraktes und ist zirka einen Meter lang. Er schließt an den Dünndarm an und endet mit dem Mastdarm (Rektum) beim After.

Im Dickdarm leben eine Vielzahl an Bakterien, die für die Darmgesundheit von großer Bedeutung sind. Im Dickdarm wird dem Speisebrei Wasser entzogen und dieses über die Darmwand wieder in den Körper aufgenommen. Dadurch wird der Stuhl eingedickt. Die unverdauten Nahrungsbestandteile werden dann über den Enddarm (Rektum) und den After ausgeschieden.

Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Entstehung von Darmkrebs?

Zu den risikoerhöhenden Faktoren zählen Übergewicht und Adipositas, Alkoholkonsum und ein hoher Verzehr von rotem (Rind, Kalb, Schwein, Lamm) bzw. verarbeitetem Fleisch (Wurst, Speck, etc.). Der World Cancer Research Fund empfiehlt einen Verzehr von max. 350 bis 500 g Fleisch und Wurstwaren pro Woche, wovon möglichst wenig verarbeitet sein sollte. Durch den Einsatz von Nitritpökelsalz kommt es zur Nitrosaminbildung, welche als Ursache für die Krebsentstehung angesehen wird. Dasselbe gilt für Grillen oder Räuchern von Fleisch, wo es zur Bildung von sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) kommt, welche ebenfalls als krebserregend gelten. In Zahlen bedeutet dies, dass ein Mehrkonsum von 50 g verarbeitetem Fleisch pro Tag mein Krebsrisiko um 16 % erhöht.

Als risikosenkend gilt eine Ernährung mit einem hohen Ballaststoffanteil. Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Nahrungsbestandteile, die vorwiegend in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Nüssen vorkommen. Sie erhöhen das Stuhlgewicht, beschleunigen die Darmpassage und führen zur Bildung kurzkettiger Fettsäuren, die für die Gesunderhaltung der Darmzellen von Bedeutung sind. Darüber hinaus konnten die Studien auch für Milchprodukte einen schützenden Effekt gegen Darmkrebs zeigen.

Neben der Ernährung spielt auch die körperliche Bewegung in der Krebsprävention eine große Rolle. Dies unterstützt gleichzeitig eine bei Bedarf erwünschte Gewichtreduktion bzw. das Gewicht im Normalbereich zu halten. Auch dies zählt zu einem der wichtigsten Faktoren in der Krebsprävention – nicht nur bei Darmkrebs.

Was kann ich aktiv beitragen?

  • Halte dein Körpergewicht in einem gesunden Bereich!
  • Werde und bleibe körperlich aktiv!
  • Mache Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst zu den wesentlichen Bestandteilen deiner Ernährung!
  • Reduziere deinen Konsum von roten Fleisch und verzichte so weit es geht auf verarbeitete Fleischprodukte!
  • In der Krebsprävention gibt es keine „Sicherheitsgrenze“ für Alkohol – je weniger, desto besser!

Darmkrebs… und dann?

Bei kolorektalem Karzinom wird eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität empfohlen. Es gibt keine pauschalen Verbote oder Einschränkungen – Ziel ist es vielmehr individuelle Unverträglichkeiten herauszufinden.

Durch eine Darmoperation oder auch durch eine notwendige Chemotherapie kann es zu unterschiedlichsten Beschwerden, wie Durchfall, Verdauungsbeschwerden, Appetitverlust, etc. kommen.

Wird ein Teil des Dickdarms entfernt, wird die Funktion vom übrigen Teil übernommen. Bis sich der Darm auf die neue Situation eingestellt hat, kann es jedoch ein wenig dauern. Wird ein künstlicher Darmausgang (Colostoma) angelegt, kann die Ernährungstherapie helfen die Stuhlkonsistenz bzw. -frequenz zu verbessern und Flüssigkeitsverluste auszugleichen. Während des Krankenhausaufenthaltes wird daher ein individueller Kostaufbau mit Übergang zu einer sogenannten Leichten Vollkost durchgeführt. Diese kann in den ersten Wochen notwendig sein, um Völlegefühl, Blähungen und Durchfall zu vermeiden. Abgesehen von der Lebensmittelauswahl kommt insbesondere dem Essverhalten eine große Bedeutung zu: langsam essen, ausreichend kauen und ausreichend trinken sind Grundpfeiler einer gut verträglichen Kost. In der Folge können schrittweise neue Lebensmittel ausprobiert werden. Bei anhaltenden Symptomen kann ein Beschwerdeprotokoll helfen schwer verdauliche Speisen zu identifizieren.

Nach der Diagnose eines colorektalen Karzinoms hat eine Gewichtsreduktion keinen schützenden Effekt auf die Entstehung eines Rezidivs. Vielmehr steht eine Gewichtsstabilisierung bzw. Vermeidung von Mangelernährung im Vordergrund. Warum die Therapie einer Mangelernährung so wichtig ist, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Hast du noch weitere Fragen oder möchtest eine für dich individuelle angepasste Ernährungstherapie erhalten?… dann melde dich bei mir!

In der Zwischenzeit findest du hier ein Rezept für ein Gerstenrisotto mit Gemüse. Dieses vegetarische Gericht liefert viele Ballaststoffe und lässt sich beliebig modifizieren. Die Gemüseauswahl kann je nach Verträglichkeit angepasst werden und bei Bedarf kann auf den schwer verdaulichen Zwiebel und Knoblauch verzichtet werden. Mahlzeit!

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