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Die Frage aus der Praxis: KURKUMA

Curcumin ist laut Studien in der Lage Tumorzellen abzutöten.
Curcumin verhindert die Teilung von Krebszellen.
Curcumin bewahrt gesunde Zellen vor Schäden der Strahlentherapie.
Curcumin ist als krebshemmende Nahrungsergänzung hochwirksam einzuschätzen.

… diese Suchergebnisse aus dem  World Wide Web führen berechtigterweise zur Frage:

Hilft Kurkuma meinen Krebs zu heilen?

Gelber Ingwer

So wird Kurkuma – oder auch Gelbwurz – wegen ihres Aussehens noch genannt. Das Rhizom der Pflanze wird in der indischen Küche seit tausenden Jahren verwendet. Das gelbe Pulver wird für Curry bzw. als Lebensmittelfarbstoff – z. B. für Margarine, Senf oder Süßigkeiten – eingesetzt. Verantwortlich für die intensive Farbe ist das enthaltene Curcumin, welches etwa 3 % des Gewürzes ausmacht. Dies ist gleichzeitig der für die Wissenschaft interessante Inhaltsstoff.

Die große Hoffnung

In den letzten Jahren setzte die Wissenschaft große Hoffnungen in Curcumin, da der Farbstoff in in-vitro Untersuchungen ein starkes antioxidatives Potenzial zeigt. Das bedeutet, dass Curcumin die Fähigkeit besitzt freie Sauerstoffradikale zu inaktivieren. Zusätzlich hat Curcumin – ebenfalls in-vitro – Einfluss auf die Zellteilung und den programmierten Zelltod, weshalb man sich gerade beim Schutz vor Krebserkrankungen viel erhofft.

 


Wussten Sie schon?… Antioxidantien und freie Radikale

Antioxidantien sind Verbindungen, die die Oxidation anderer Stoffe verlangsamt bzw. verhindert. Eine Oxidation nennt man den Vorgang, bei dem chemische Elemente oder Verbindungen Elektronen abgeben, die wiederum von einer anderen Substanz aufgenommen werden. Ein Beispiel für eine Oxidation ist das “ranzig” werden von Fett. Die enthaltenen Fettsäuren reagieren mit Sauerstoff (ungesättigte Fettsäuren reagieren schneller als gesättigte ) und dabei entstehen verschiedenste Abbauprodukte. Diese sind in der Folge für den unangenehmen Geruch und Geschmack des Fettes verantwortlich.

In unserem Körper sind Antioxidantien von Bedeutung weil sie sogenannte freie Radikale “entschärfen”. Diese entstehen einerseits durch natürliche Stoffwechselvorgänge im Körper, andererseits aber auch durch die Einwirkung von UV-Strahlen, Zigarettenrauch oder Umweltgifte. Freie Radikale sind hochreaktiv und versuchen anderen Molekülen ein Elektron wegzunehmen. Dadurch kann eine Kettenreaktion ausgelöst werden, die Moleküle und Zellen schädigt. Während eine geringe Menge freie Radikale im Körper als gesundheitsfördernd angesehen wird, werden sie in hohen Konzentrationen verdächtigt die Entstehung verschiedenster Erkrankungen zu fördern.

Nahrungsinhaltsstoffe, die eine antioxidative Wirkung haben, sind unter anderem die Vitamine A, C und E, aber auch Spurenelemente, wie Selen, Zink, und sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonoide und eben auch der Farbstoff Curcumin.


Kurkuma im Reagenzglas

Das Problem der großen Hoffnungen ist, dass diese vor allem auf in-vitro-Untersuchungen beruhen. “In vitro” bedeutet, dass die durchgeführten Experimente außerhalb des menschlichen Körpers stattfinden. Dies geschieht in einer künstlichen Umgebung, wodurch diese sehr genau kontrolliert werden kann. Dies führt dazu, dass gewisse Effekte im Reagenzglas sehr viel stärker in Erscheinung treten, als sie in der “natürlichen” Umgebung tatsächlich sind. Zusätzlich werden in-vitro Konzentrationen verwendet, die in der Realität nicht erreicht werden können. All das hat zur Folge, dass sich in-vitro-Ergebnisse nicht automatisch auf den Menschen übertragen lassen.

Darüber hinaus wird Curcumin nur sehr schlecht über den Verdauungstrakt aufgenommen und kommt daher nur in sehr geringen Mengen in den restlichen Körper. Viele Studien untersuchten daher die Beziehung zwischen Curcumin und Dickdarmkrebs, da man sich durch die im Verdauungstrakt wesentlich höhere Curcumin-Konzentration einen größeren Einfluss erhofft hat.

Reine Geschmackssache

So vielversprechend die Ergebnisse der in-vitro-Studien klingen – es gibt bis jetzt keine Studie am Menschen, die den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Gelbwurz und dem Auftreten von Krebserkrankungen bestätigt. Selbst eine sehr hohe Dosis von Curcumin führte nicht zu den erhofften Veränderungen im menschlichen Körper.
Somit bleibt der Schluss, dass Kurkuma kein “Wundergewürz” ist, das vor Krebs schützt oder ihn gar heilen kann. Zaubern kann man mit Kurkuma aber immerhin schmackhafte Gerichte, wodurch Kurkuma ein wunderbarer Bestandteil der Gewürzlade ist.

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